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GmbHG § 19 Leistung der Einlagen Casper Habersack/Casper/Löbbe, GmbHG Großkommentar
3. Auflage 2019

§ 19 Leistung der Einlagen

(1) Die Einzahlungen auf die Geschäftsanteile sind nach dem Verhältnis der Geldeinlagen zu leisten.

(2) Von der Verpflichtung zur Leistung der Einlagen können die Gesellschafter nicht befreit werden. Gegen den Anspruch der Gesellschaft ist die Aufrechnung nur zulässig mit einer Forderung aus der Überlassung von Vermögensgegenständen, deren Anrechnung auf die Einlageverpflichtung nach § 5 Abs. 4 Satz 1 vereinbart worden ist. An dem Gegenstand einer Sacheinlage kann wegen Forderungen, welche sich nicht auf den Gegenstand beziehen, kein Zurückbehaltungsrecht geltend gemacht werden.

(3) Durch eine Kapitalherabsetzung können die Gesellschafter von der Verpflichtung zur Leistung von Einlagen höchstens in Höhe des Betrags befreit werden, um den das Stammkapital herabgesetzt worden ist.

(4) Ist eine Geldeinlage eines Gesellschafters bei wirtschaftlicher Betrachtung und aufgrund einer im Zusammenhang mit der Übernahme der Geldeinlage getroffenen Abrede vollständig oder teilweise als Sacheinlage zu bewerten (verdeckte Sacheinlage), so befreit dies den Gesellschafter nicht von seiner Einlageverpflichtung. Jedoch sind die Verträge über die Sacheinlage und die Rechtshandlungen zu ihrer Ausführung nicht unwirksam. Auf die fortbestehende Geldeinlagepflicht des Gesellschafters wird der Wert des Vermögensgegenstandes im Zeitpunkt der Anmeldung der Gesellschaft zur Eintragung in das Handelsregister oder im Zeitpunkt seiner Überlassung an die Gesellschaft, falls diese später erfolgt, angerechnet. Die Anrechnung erfolgt nicht vor Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister. Die Beweislast für die Werthaltigkeit des Vermögensgegenstandes trägt der Gesellschafter.

(5) Ist vor der Einlage eine Leistung an den Gesellschafter vereinbart worden, die wirtschaftlich einer Rückzahlung der Einlage entspricht und die nicht als verdeckte Sacheinlage im Sinne von Absatz 4 zu beurteilen ist, so befreit dies den Gesellschafter von seiner Einlageverpflichtung nur dann, wenn die Leistung durch einen vollwertigen Rückgewähranspruch gedeckt ist, der jederzeit fällig ist oder durch fristlose Kündigung durch die Gesellschaft fällig werden kann. Eine solche Leistung oder die Vereinbarung einer solchen Leistung ist in der Anmeldung nach § 8 anzugeben.

(6) Der Anspruch der Gesellschaft auf Leistung der Einlagen verjährt in zehn Jahren von seiner Entstehung an. Wird das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet, so tritt die Verjährung nicht vor Ablauf von sechs Monaten ab dem Zeitpunkt der Eröffnung ein.

Schrifttum:

Siehe die Angaben vor Rn. 45, 75, 106, 113, 200, 236.

  • I. Einführung (Rn. 1-11)

    • 1. Regelungsinhalt und -zweck (Rn. 1-3)

    • 2. Novellierungen (Rn. 4-11)

      • a) GmbH-Novelle 1980 (Rn. 4)

      • b) Anfügung des Abs. 6 durch das Verjährungsanspassungsgesetz 2004 (Rn. 5)

      • c) Novellierung durch das MoMiG 2008 (Rn. 6-11)

  • II. Der Einlageanspruch (Rn. 12-22)

    • 1. Grundlagen (Rn. 12)

    • 2. Leistungszeit und -ort (Rn. 13, 14)

    • 3. Erfüllungshandlungen (Rn. 15, 16)

    • 4. Beweislast (Rn. 17, 18)

    • 5. Verjährung (Abs. 6); Verwirkung (Rn. 19-22)

  • III. Gleichmäßige Einforderung der Bareinlagen (Abs. 1) (Rn. 23-44)

    • 1. Allgemeines (Rn. 23, 24)

    • 2. Sachlicher Anwendungsbereich (Rn. 25-33)

      • a) Geldeinlagen vor und nach Eintragung (Rn. 25)

      • b) Kapitalerhöhung (Rn. 26, 27)

      • c) Sonstige Zahlungspflichten (Rn. 28-30)

      • d) Sacheinlagen (Rn. 31-33)

    • 3. Geltungsgrenzen (Rn. 34-36)

      • a) Zahlungsunfähigkeit und Insolvenzverfahren eines Gesellschafters (Rn. 34)

      • b) Insolvenzverfahren und Liquidation der Gesellschaft (Rn. 35)

      • c) Pfändung und Überweisung des Einlageanspruchs (Rn. 36)

    • 4. Rechtsfolgen (Rn. 37-41)

    • 5. Freiwillige Mehrleistungen (Rn. 42)

    • 6. Abdingbarkeit von Abs. 1 (Rn. 43, 44)

  • IV. Das Verbot der Befreiung von der Einlageverbindlichkeit (Abs. 2 S. 1) (Rn. 45-74)

    • 1. Sachlicher Anwendungsbereich (Rn. 45-48)

    • 2. Zeitliche Geltung (Rn. 49-52)

      • a) Nach Eintragung (Rn. 49)

      • b) Im Gründungsstadium (Rn. 50, 51)

      • c) In Insolvenz und Liquidation der Gesellschaft (Rn. 52)

    • 3. Zwingende Natur (Rn. 53)

    • 4. Fallgruppen unzulässiger Befreiung (Rn. 54-69)

      • a) Erlass und entsprechende Rechtsgeschäfte (Rn. 54, 55)

      • b) Leistung an Erfüllungs statt; Novation (qualitative Umgestaltung) (Rn. 56-61)

      • c) Wirtschaftliche Befreiung (Leistung aus Gesellschaftsmitteln) (Rn. 62)

      • d) Zahlung des Einlageschuldners an Gesellschaftsgläubiger (Rn. 63, 64)

      • e) Vergleich (Rn. 65-68)

      • f) Abwendungsvergleich (Rn. 69)

    • 5. Unzulässigkeit der Stundung (Rn. 70-73)

    • 6. Der Sonderfall der Kapitalherabsetzung (Abs. 3) (Rn. 74)

  • V. Schranken der Aufrechnung (Abs. 2 S. 2) (Rn. 75-103)

    • 1. Einführung (Rn. 75-78)

      • a) Änderung der Vorschrift durch das MoMiG (Rn. 75)

      • b) Zweck und Regelungsgehalt (Rn. 76)

      • c) Anwendungsbereich (Rn. 77, 78)

    • 2. Verbot der Aufrechnung durch den Gesellschafter (Rn. 79-84)

      • a) Grundsatz (Rn. 79)

      • b) Ausnahme: Vereinbarung nach § 5 Abs. 4 (Rn. 80)

      • c) Einschränkung bei Liquidation und Insolvenz (Rn. 81, 82)

      • d) Verstoß, keine Anwendung von Abs. 4 S. 3 (Rn. 83, 84)

    • 3. Aufrechnung durch die Gesellschaft sowie Aufrechnungsvertrag (Rn. 85-101)

      • a) Rechtslage vor dem MoMiG, Fragestellung (Rn. 85-87)

      • b) Neuforderungen mit Vorabrede (Rn. 88)

      • c) Neuforderungen ohne Vorabrede (Rn. 89-97)

        • aa) Vollwertigkeit (Rn. 90)

        • bb) Fälligkeit (Rn. 91)

        • cc) Liquidität (Rn. 92, 93)

        • dd) Objektiver Maßstab (Rn. 94)

        • ee) Gefährdung der Einlageforderung (Rn. 95)

        • ff) Rechtsfolgen bei Verstoß (Rn. 96, 97)

      • d) Altforderungen (Rn. 98)

      • e) Aufrechnung mit Mindesteinlageforderungen (Rn. 99)

      • f) Geschäftsführerkompetenz (Rn. 100)

      • g) Beweislast (Rn. 101)

    • 4. Kontokorrent (Rn. 102, 103)

  • VI. Einschränkung von Zurückbehaltungsrechten (Abs. 2 S. 3) (Rn. 104, 105)

  • VII. Verfügungen über die Einlageforderung (Rn. 106-112)

    • 1. Abtretung (Rn. 106-110)

      • a) Meinungsstand (Rn. 106, 107)

      • b) Stellungnahme (Rn. 108)

      • c) Rechtsfolgen (Rn. 109, 110)

    • 2. Verpfändung und Pfändung (Rn. 111, 112)

  • VIII. Anrechnung verdeckter Sacheinlagen (Abs. 4) (Rn. 113-199)

    • 1. Einführung (Rn. 113-122)

      • a) Reformbedürfnis und Reformvorschläge vor dem MoMiG (Rn. 113, 114)

      • b) Die Konzeption des RegE und Übergang zur Anrechnungslösung (Rn. 115, 116)

      • c) Regelungsgehalt des Abs. 4 und Normzweck (Rn. 117, 118)

      • d) Anwendungsbereich (Rn. 119-122)

    • 2. Tatbestand (Abs. 4 S. 1 Hs. 1) (Rn. 123-145)

      • a) Legaldefinition, Fortgeltung der bisherigen Rechtsprechung (Rn. 123)

      • b) Leistung einer Sacheinlage statt einer Bareinlage (Rn. 124-138)

        • aa) Vereinbarung einer Bareinlage (Rn. 124)

        • bb) Vorliegen eines wirksamen Austauschgeschäfts (Rn. 125-132)

          • (1) Begriff und Anwendungsfälle für ein wirksames Austauschgeschäft (Rn. 126-128)

          • (2) Wirksamkeit des Austauschgeschäfts (Rn. 129)

          • (3) Parteien des Austauschgeschäfts (Rn. 130)

          • (4) Umfang des Austauschgeschäfts/gemischte verdeckte Sacheinlage (Rn. 131)

          • (5) Erfüllung des Verkehrsgeschäfts (dingliche Übereignung) (Rn. 132)

        • cc) Sonstige Fallgruppen jenseits eines Austauschgeschäfts (Rn. 133-138)

      • c) Vorliegen einer Abrede (Rn. 139-145)

        • aa) Rechtsnatur und Inhalt der Abrede (Rn. 139)

        • bb) Zeitpunkt der Abrede, Abgrenzung zur Kapitalerhaltung (Rn. 140, 141)

        • cc) Vermutung der Abrede (Rn. 142, 143)

        • dd) Sonderfälle (Rn. 144, 145)

    • 3. Drittbeteiligung (Rn. 146-151)

      • a) Ausgangspunkt und Fragestellung (Rn. 146)

      • b) Treuhandverhältnisse (Rn. 147)

      • c) Persönliche Näheverhältnisse (Rn. 148)

      • d) Konzernbeziehungen (Rn. 149-151)

    • 4. Rechtsfolgen (Rn. 152-193)

      • a) Überblick (Rn. 152)

      • b) Keine Erfüllungswirkung (Abs. 4 S. 1 Hs. 2) (Rn. 153-160)

        • aa) Fortbestehen des Erfüllungsanspruchs (Rn. 153-155)

        • bb) Bereicherungsanspruch des Inferenten? (Rn. 156-160)

      • c) Anrechnung auf die Geldeinlagepflicht (Abs. 4 S. 3–5) (Rn. 161-170)

        • aa) Wirkung ipso iure (Rn. 161)

        • bb) Rechtsnatur (Rn. 162, 163)

        • cc) Umfang der Anrechnung und Ermittlung des Werts (Rn. 164-169)

        • dd) Zeitpunkt der Anrechnung (Abs. 4. S. 4) (Rn. 170)

      • d) Fallgruppen (Rn. 171-184)

        • aa) Einfache verdeckte Sacheinlage (Rn. 172-174)

          • (1) Einbringung eines (nicht) werthaltigen Gegenstands (Rn. 172)

          • (2) Ankauf eines Gegenstandes über Wert (keine „Überanrechnung“) (Rn. 173, 174)

        • bb) Verdeckte gemischte Sacheinlage (Rn. 175-180)

        • cc) Teilweise verdeckte Sacheinlage (Rn. 181-184)

      • e) Wirksamkeit der zugrunde liegenden Rechtsgeschäfte (Abs. 4 S. 2), Störungen des Rechtsgeschäfts (Rn. 185-188)

      • f) Störungen bei der Kapitalerhöhung (Rn. 189)

      • g) Beweislast (Abs. 4 S. 5) (Rn. 190)

      • h) Geschäftsführerhaftung und Strafbarkeit nach § 82 Abs. 1 Nr. 1, 3 (Rn. 191-193)

        • aa) Strafbarkeit des Geschäftsführers nach § 82 Abs. 1 Nr. 1, 3 (Rn. 191)

        • bb) Haftung des Geschäftsführers (Rn. 192)

        • cc) Sanktionen gegen den Inferenten? (Rn. 193)

    • 5. Minderheitenschutz (Rn. 194)

    • 6. Heilung verdeckter Sacheinlagen (Rn. 195-199)

  • IX. Hin- und Herzahlen (Abs. 5) (Rn. 200-235)

    • 1. Einleitung (Rn. 200-206)

      • a) Entwicklung und Regelungsgehalt (Rn. 200-202)

      • b) Normzweck und Anwendungsbereich (Rn. 203, 204)

      • c) Verhältnis und Abgrenzung zu Abs. 4 (Rn. 205, 206)

    • 2. Tatbestand (Rn. 207-219)

      • a) Abrede vor Leistung der Einlage (Rn. 207, 208)

      • b) Leistung der Gesellschaft („Herzahlung“) (Rn. 209-211)

      • c) Vollwertigkeit (Rn. 212-214)

      • d) Liquider Rückzahlungsanspruch (Rn. 215)

      • e) Offenlegung (Satz 2) (Rn. 216-219)

    • 3. Rechtsfolgen (Rn. 220-224)

      • a) Erfüllungswirkung (Rn. 220, 221)

      • b) Rückzahlung des Darlehens ohne vorherige Erfüllungswirkung (Rn. 222-224)

    • 4. Besonderheiten im Cash-Pool (Rn. 225-235)

      • a) Problemstellung und Konzept der hM (Rn. 225, 226)

      • b) Alternativer Lösungsvorschlag (Rn. 227, 228)

      • c) Folgefragen auf Basis der hM (Rn. 229-235)

  • X. Übergangsrecht (Rn. 236-243)

    • 1. Überblick (Rn. 236, 237)

    • 2. Rückwirkung bei der verdeckten Sacheinlage (Rn. 238-240)

    • 3. Rückwirkung beim Hin- und Herzahlen (Rn. 241)

    • 4. Begrenzung der Rückwirkung durch § 3 Abs. 4 S. 2 EGGmbHG (Rn. 242, 243)

Zitiervorschläge:
Habersack/Casper/Löbbe/Casper GmbHG § 19 Rn. 1-243
Habersack/Casper/Löbbe/Casper, 3. Aufl. 2019, GmbHG § 19 Rn. 1-243