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EU: Richtlinie zur Erhöhung der Unternehmenstransparenz in Sozial- und Umweltbelangen angenommen

Die EU-Mitgliedsstaaten haben mit großer Mehrheit am 29.09.2014 die CSR-Richtlinie (Corporate Social Responsibility) angenommen, die der Erweiterung der Berichterstattung von bestimmten großen Unternehmen und Konzernen hinsichtlich nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Aspekte dient. Künftig werden Angaben zu den von einem Unternehmen verfolgten Konzepten zur Korruptionsbekämpfung, zur Achtung der Menschenrechte und zu weiteren sozialen Belangen erwartet, erklärte das Bundesjustizministerium.

Unternehmenstransparenz in Sozial- und Umweltbelangen

Die Richtlinie wird voraussichtlich noch 2014 in Kraft treten und ist dann innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umzusetzen. Bereits im April 2014 hatte das EU-Parlament die Richtlinie verabschiedet. Ihr Ziel ist es, die Transparenz und die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte von großen Unternehmen (mehr als 500 Beschäftigte) in der EU zu erhöhen. Unternehmen, die im öffentlichen Interesse stehen, insbesondere börsennotierte Unternehmen, sollen künftig stärker über ihr Engagement im Umweltschutz, soziale und auf die Mitarbeiter bezogene Initiativen, die Achtung der Menschenrechte und Aspekte der Korruptionsbekämpfung berichten.

Regelungen im Überblick

Neben den bereits heute notwendigen Angaben zu Umwelt- und Arbeitnehmerbelangen sollen die betroffenen Unternehmen ferner Angaben über ihre Konzepte im Hinblick auf diese Belange, die Ergebnisse ihrer Konzepte und über die Risiken ihrer Geschäftstätigkeit für diese Belange berichten. Hat ein Unternehmen kein Konzept, muss es dazu Stellung nehmen (comply-or-explain-Ansatz). Unternehmen können außerdem die nichtfinanziellen Angaben in einem Teil des Lageberichts (nichtfinanzielle Erklärung) oder in einem gesonderten Bericht darstellen und müssen diese Berichte veröffentlichen. Bei einem Konzern mit verschiedenen Tochtergesellschaften wird auf der Ebene des Mutterunternehmens des Konzerns berichtet. Auch müssen große kapitalmarktorientierte Unternehmen künftig zu ihren Konzepten hinsichtlich der Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat nach Diversitätsgesichtspunkten (wie z. B. Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund), über die Umsetzung der Konzepte und deren Ergebnisse berichten.

Weiterführende Links

Aus der Datenbank beck-online

Velte, (Un)geprüfte Nachhaltigkeitsinformationen im (Konzern-)Lagebericht nach der modifizierten EU-Rechnungslegungsrichtlinie?, NZG 2014, 1046

Lanfermann, EU-Richtlinienvorschlag zur Offenlegung von nicht-finanziellen Informationen: Ist eine Pflicht notwendig?, BB 2013, 1323

beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 30. September 2014.