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LG Braunschweig: Arzt soll nach Organspendeskandal 1,1 Millionen Euro erhalten

Ein im Göttinger Transplantationsskandal freigesprochener Chirurg soll mit mehr als einer Million Euro vom Land Niedersachsen entschädigt werden. Das entschied das Landgericht Braunschweig am 13.09.2019 in einem Zivilverfahren. Das Land müsse dem Mediziner rund 1,1 Millionen Euro zahlen, sagte der Richter. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 51-Jährige einen Verdienstausfall wegen der Untersuchungshaft erlitten hat. Gegen das Urteil ist Berufung möglich (Az.: 7 O 3677/18).

Gut dotierte Stelle in Jordanien konnte nicht angetreten werden

Der Mediziner forderte Schadenersatz, weil er wegen der knapp einjährigen U-Haft eine gut dotierte Stelle in Jordanien mit einem Gehalt von 50.000 Dollar pro Monat nicht hatte antreten können. In einem bundesweit aufsehenerregenden Prozess hatte das LG Göttingen den Arzt 2015 vom Vorwurf des elffachen versuchten Totschlags und der dreifachen Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen.

Weiterführende Links

Aus der Datenbank beck-online

OLG Braunschweig, Erstattung der notwendigen Auslagen für zwei Wahlverteidiger nach Freispruch, BeckRS 2019, 12722

Spickhoff, Die Entwicklung des Arztrechts 2018/2019, NJW 2019, 1718

BGH, Freispruch im Göttinger Transplantations-Skandal, NStZ 2017, 701

Aus dem Nachrichtenarchiv

BGH bestätigt Freispruch im Fall des Göttinger Organspendenskandals, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 29.06.2017, becklink 2007104

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 13. September 2019.